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19.11.2017 --- 4:19

Joggen und Walken in Herbst und Winter

erschienen im Stadtmagazin BLICK. des Landkreises SFA - Ausgabe 12/2007

Je kürzer der Tag, umso niedriger die Motivation. Viele Ausdauersportler kämpfen jedes Jahr aufs neue damit, dass die Lust am Laufen immer kleiner wird, umso kälter und feuchter das Wetter ist. Auf den ersten Blick scheint das Motivationsloch unumgänglich zu sein, zumindest solange unsere Klimazone dieselbe bleiben wird. Schaut man ein bisschen genauer hin, stellt man fest, dass viele Läufer mit der gleicher Intensität und Tempo unterwegs sind wie im Sommer. Kälte setzt zunächst einmal die Leistungsfähigkeit herunter. Unser Körper benötigt nicht nur Energie für die Bewegung, sondern zusätzlich noch um unsere Körpertemperatur aufrecht zu halten. Gleichzeitig haben wir aber durch geringere Sonneneinstrahlung eine andere hormonelle Situation und sind eher auf Schlaf gestellt (nicht jede Müdigkeit im Herbst ist gleich eine Depression). Im Klartext: Je kälter, umso weniger leistungsfähig und laufwillig. Für viele Hobbysportler ist es Grund genug dann lieber ganz auf die Bewegung zu verzichten. Wirklich klug ist das nicht, denn nach dem Winter kommt das Frühjahr und der Wiedereinstieg wird doppelt schwer.

Warum nicht einmal ohne Leistungsdruck laufen/ walken, einfach nur um in Bewegung zu bleiben. Warum nicht einfach mal die Pulsuhr im Schrank lassen und nur so schnell und lange laufen, dass man es genießen kann.  Das Problem eines Freizeitsportlers ist selten der mangelnde Einsatz, meist ist es eher die Regelmäßigkeit. Also: Ansprüche herunter, dafür aber regelmäßig raus. Zum Leistungsaufbau bleiben uns noch die restlichen 6-8 Monate des Jahres.

Oft kann man in Zeitschriften auch lesen, das man aus Verletzungsgründen auf gar keinen Fall auf das Stretching verzichten soll. Stretching ersetzt niemals keine Aufwärmung. Das passive Dehnen erhöht immer erst einmal die Muskelspannung und reduziert die Durchblutung (beides macht den Muskel weder geschmeidiger, noch wärmer und führt bei vielen Läufern im Winter dazu, dass sich der Muskel “nicht so gut anfühlt“). Im Winter sollten passive Dehnungen zu Beginn des Laufes im Schrank verschwinden und durch Lockerungsübungen und  langsames, lockeres Anlaufen ersetzt werden. Mehr Rhythmus im Lauf und weniger Hetze sind hier angesagt. Wer sich dann nach dem Training noch einen warmen Tee statt eines kalten Mineralgetränkes gönnt, wird merken, dass irgendwann nichts schöner ist, als durch eine verschneite Heidelandschaft zu laufen.

(PS: das mit dem Training bei Erkältung oder gar bei Grippe sollten Sie bitte komplett einstellen, unser Immunsystem hat es schon schwer genug.)

Beim nächsten Mal: Wie bekomme ich den Weihnachtsspeck weg