Vorbericht Bundesligasaison Feld 2026
Vorbericht 1. Spieltag + Teamcheck 1. BL Nord Frauen
Eindrucksvoll gewannen die Faustballerinnen des TV Jahn Schneverdingen in den vergangenen fünf Feldrunden die Nordmeisterschaft der Bundesliga. In der jüngsten Runde allerdings nur äußerst knapp: Mit nur einem einzigen gewonnenen Satz mehr als Dauerkonkurrent Ahlhorner SV vermieden die Schneverdingerinnen den Umweg über das Viertelfinale. Doch ab dann übernahm der ASV das Zepter.
Im Finale des EFA Champions Cups kassierten die Jahnlerinnen völlig chancenlos eine ihrer deutlichsten Niederlagen. Auch beim erneuten Aufeinandertreffen beim hundertjährigen Jubiläum der Deutschen Meisterschaft bei den Finals in Dresden schnappten sich die Kontrahentinnen die Goldmedaille. Zudem entschieden die Ahlhornerinnen die beiden Bundesligapartien in der Hallenrunde für sich. Es scheint, als sei vor gut einem Jahr der Kipppunkt gekommen, an dem die Oldenburgerinnen am TV Jahn vorbeizogen. „Wie heißt es so schön? Die Konkurrenz schläft nicht! Wir haben uns über Jahre hinweg ein sehr hohes Leistungsniveau erarbeitet. Jeder, der sich im Leistungssport auskennt, weiß, so ein Niveau zu halten, ist körperlich sowie mental eine große Herausforderung“, so TVJ-Trainerin Christine Seitz. Außerdem sorgen wiederkehrende personelle Veränderungen immer wieder für neue Eingewöhnungsphasen und das erneute Aufbauen klarer Abstimmungen – so auch in dieser Saison.
Die mit Abstand erfahrenste Spielerin im Team, Hinrike Sagstetter, steht seit der Hallenrunde gar nicht mehr zur Verfügung. Den Spagat zwischen ihrem Wohnort in Süddeutschland und dem Spieleinsatz im Norden hatte die Ex-Nationalspielerin in den vergangenen Feldrunden noch gemeistert, doch jetzt beendete sie endgültig ihre Faustballkarriere. Ein weiterer Abgang erfolgt in der Abwehrreihe. Lena Meyer muss aufgrund ihres Studiums eine vorübergehende Pause einlegen und schafft es nicht in der Spielbetrieb. Umso erfreulicher ist das Comeback einer ehemals sehr erfolgreichen Spielerin aus Schneverdingen. Luca von Loh hat ihren Lebensstandpunkt wieder in ihren Heimatort verlegt und unmittelbar Kontakt zur Trainerin aufgenommen. „Luca hat mir schon sehr früh signalisiert, dass sie wieder voll dabei sein möchte. Sie hat bei den ersten Trainings bewiesen, dass sie nichts verlernt hat. Sie wird eine große Stütze in unserer Abwehr werden“, berichtet Seitz sehr erfreut. Die Fragen um das „Loch“ in der Mitte sind zum Saisonstart hingegen noch ungeklärt. Nele Rogosch hat den Sprung in den vorläufigen U21-EM-Kader geschafft und könnte als gelernte Zuspielerin eine erfolgsversprechende Option sein. Außerdem machten in den vergangenen Spielrunden bereits die Abwehrspielerinnen Alina Karahmetovic und Laura Kauk einen Ausflug auf die Zuspielposition. Ein Wechsel unter den drei Spielerinnen ist durchaus realistisch. Komplettiert wird die Mannschaft weiterhin von der ebenfalls vorläufigen U21-Nationalspielerin Maja Rogosch sowie dem bewährten Angriffsduo um Helle Großmann und Aniko Müller. Für Großmann brachte die Saisonpause allerdings noch eher unerfreuliche Nachrichten. Sie beklagte anhaltende Knieprobleme schon während der Hallenrunde. Die Untersuchungen nach Ablauf der Spielzeit ergaben zwar vorerst Entwarnung, doch sie wird durchaus angeschlagen in die neue Runde gehen. Inwiefern ihre Verletzung sie einschränken wird, wird sich zeigen. Viele Optionen im Angriff gibt es in Schneverdingen allerdings nicht.
Aufgrund der Tatsache, dass der SV Moslesfehn seine Mannschaft nach einigen personellen Abgängen aus der Bundesliga zurückziehen musste, besteht die Staffel in diesem Jahr aus lediglich acht Mannschaft. Die Vergabe der DM-Tickets erfolgt in diesem Jahr nach „altem“ System. Die ersten drei Nord- und drei Südplatzierten qualifizieren sich für die Deutsche Meisterschaft im Juli in Bardowick. Mannschaftsführerin Laura Kauk gibt den Ausblick: „Klares Ziel ist natürlich die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft – wir wollen nicht noch einmal von zuhause zugucken müssen. Ich hoffe aber sehr, dass wir uns nach den Enttäuschungen wieder mit der Nordmeisterschaft belohnen können.“ Der Startschuss fällt am kommenden Sonntag gleich mit dem Topduell in Ahlhorn. Im ersten Spiel treffen die Jahnlerinnen auf den Ahlhorner SV und sind dann gegen den Ohligser TV gefragt.
Ahlhorner SV
Als Vizemeister unter dem Hallendach und amtierender Deutscher Meister auf dem Feld geht der Ahlhorner SV mit unverändertem Kader in die neue Saison. Der Titelverteidiger setzt erneut auf Kontinuität und eingespielte Abläufe. Entsprechend selbstbewusst ist auch die Zielsetzung formuliert. Laut Spielertrainerin Sarah Albrecht will der ASV sowohl bei der Deutschen Meisterschaft als auch beim Heim-Champions-Cup im September wieder ganz oben stehen. Mit den überaus erfolgreichen Resultaten aus dem Titeljahr und seinem stabilen Teamgefüge gehört der Bundesligadino damit auch erneut zum engsten Favoritenkreis der Bundesliganordstaffel. Außerdem werden sich die Oldenburgerinnen in diesem Jahr verschärft mit dem Thema der gezielten Belastungssteuerung auseinandersetzen müssen. Einige ihrer Spielerinnen sind erneut in die vorläufigen Nationalkader berufen worden und neben der Bundesligarunde und dem Champions Cup steht auch für sie die Reise nach Chile zu den World Tour Finals auf dem Programm – eine Belastung, die die Ahlhornerinnen aus den vergangenen Jahren so nicht kennen.
Ohligser TV
Der Ohligser TV gehört nach dem Viertelfinaleinzug in der vergangenen Saison erneut zum erweiterten Kreis der Teams mit Ambitionen in der oberen Tabellenhälfte. Auch in diesem Jahr wollen die Solingerinnen wieder oben angreifen und sich im Vergleich zum Vorjahr weiter stabilisieren. Personell muss der OTV allerdings den verletzungsbedingten Abgang von Jana Brüggemeier kompensieren. Dafür bekommt die Offensive neue Optionen: Jacqueline Börste und Kati Hofmann sollen im Angriff für zusätzliche Durchschlagskraft sorgen. Beide bringen neue Variabilität ins Offensivspiel und sollen die entstandene Lücke gemeinsam mit Kaja Hutz schließen. Hinzu kommt die Rückkehr von Lina Hasenjäger, die im Zuspiel sowie in der Abwehr wieder zur Verfügung steht. Nachdem Viertelfinale im Vorjahr ist die Zielrichtung eindeutig: Der Ohligser TV möchte erneut in der Spitzengruppe mitspielen. Gelingt es, die neuen Optionen im Angriff und Zuspiel/Abwehr schnell zu integrieren und defensiv die gewohnte Stabilität zu erreichen, ist ein weiterer Angriff auf die oberen Tabellenplätze realistisch.
MTV Wangersen
Der MTV Wangersen strebt – genau wie im Vorjahr – das obere Mittelfeld an und möchte möglichst früh nichts mit dem Abstieg zu tun haben. „Ziel ist es, über die gesamte Saison hinweg konstante Leistungen abzurufen und sich stabil im gesicherten Tabellenbereich zu etablieren“, so die Zuspielerin Monja Schlichting. Im Kader hat sich etwas verändert: Mit Helke Meyer beendet eine wichtige Spielerin vorerst ihre Faustballkarriere. Dafür kann der MTV Wangersen wieder auf Elisa Pott zurückgreifen, die in der Abwehr für Stabilität sorgen soll. Weiterhin unterstützt Janina von der Lieth die Mannschaft vom Spielfeldrand und bringt ihre Erfahrung in der Betreuung des Teams ein. Zudem kann Celine Bilitza nach überstandener Verletzung wieder eingreifen und erweitert die Angriffsoptionen im Kader. Mit der Mischung aus bewährten Kräften, Rückkehrerinnen und neuen Konstellationen will der MTV Wangersen frühzeitig Punkte sammeln und sich im oberen Mittelfeld festsetzen.
VfL Kellinghusen
Dass der VfL Kellinghusen als Team hervorragend harmoniert, hat bereits das Hallen-DM-Ticket für die Scharrena eindrucksvoll gezeigt. Auf dieser Basis möchte die Mannschaft nun auch in der Feldsaison angreifen. Ziel ist es, nach 2020 erneut die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft in Bardowick zu schaffen und sich eines der drei begehrten Tickets zu sichern. Der Kader bleibt dabei im Vergleich zur Hallensaison unverändert, wodurch das Team weiter auf eingespielte Abläufe und vorhandene Abstimmung setzen kann. Mit der bestehenden Konstanz und dem klaren Ziel vor Augen will der VfL Kellinghusen auch im Feld wieder zu den Topteams gehören.
TV Brettorf
Nach dem Abstiegskampf im vergangenen Jahr will der TV Brettorf in dieser Saison wieder einen Schritt nach vorne machen. Mit Pia Neuefeind, die nach ihrer Spielzeit beim TSV Dennach zurück in ihre Heimat gekehrt ist, bekommt das Team zusätzliche Qualität und Erfahrung im Angriff. Auch auf der Trainerposition hat sich etwas getan: Marc Lange übernimmt den Posten von Sönke Spille und Tom Hartung. Die Umstellungen innerhalb der Mannschaft sollen für die Weiterentwicklung des Teams sorgen. „Ziel ist es, die eigenen Leistungen konstanter abzurufen und sich im Tabellenmittelfeld zu etablieren“, so die TVB-Nationalspielerin Ida Jungclaussen. Zunächst müsse man jedoch abwarten, wie sich die Veränderungen im Saisonverlauf auswirken. Mit der Neuformierung gehört der TVB definitiv zu den Kandidaten, die sich eines der Ticktes für Bardowick sichern könnten.
TuS Wakendorf
Sportlich wird es eine schwierige Saison für den TuS Wakendorf. Eigentlich wäre die Mannschaft im vergangenen Jahr bereits abgestiegen, profitierte jedoch vom Rückzug des SV Moslesfehn und konnte damit in der Liga verbleiben. Das Ziel: Der Klassenerhalt soll diesmal aus eigener Kraft geschafft werden. „Wir wollen uns stabilisieren und die Klasse halten“, betont Schlagfrau Liza Martens. Mit Alexander Barsch steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie, der frischen Mut und neue Impulse bringen soll. Personell muss Wakendorf allerdings Abstriche machen: Die sehr bundesligaerfahrenen Nadine Kowalczyk und Kim Ratjen stehen nicht zur Verfügung. Dafür sollen immer wieder Spielerinnen aus der Jugend eingebaut werden, um den Kader zu ergänzen.
TSV Hagen 1860
Premiere für die Schwarz-Gelben: Der TSV Hagen 1860 geht erstmals in der 1. Liga im Feld an den Start. Nach dem Aufstieg liegt der Fokus klar auf dem Klassenerhalt. Gleichzeitig wollen die Hagenerinnen die neue Herausforderung nutzen, um Erfahrungen auf höchstem Niveau zu sammeln und sich als Team weiterzuentwickeln. Im Kader gab es im Sommer überschaubare Veränderungen. Zuspielerin Kathrin Schmitz ist nicht mit dabei, dafür neu dazu kommen Cindy Ristel und Nicole Pelz, die beide vom TK Hannover nach Hagen wechseln. Das Duo soll zusätzliche Qualität bringen und dem Aufsteiger mehr Stabilität für die anspruchsvolle Erstliga-Saison geben. Sportlich wird entscheidend sein, wie schnell sich der TSV Hagen 1860 an das höhere Tempo und die größere Physis der Liga anpasst. Als Neuling dürften die Schwarz-Gelben in vielen Partien in der Außenseiterrolle sein. Umso wichtiger wird es sein, schnell Punkte einzufahren und die eigenen Heimspiele konsequent zu nutzen.



