Nachbericht 6. Spieltag Frauen BL

Eine weitere Niederlage an dem sechsten Spieltag der Bundesliga Frauen des TV Jahn Schneverdingen überschattete die vorzeitige Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft. In Ohligs verloren die Jahnlerinnen gegen die Gastgeberinnen ihr zweites Spiel der Saison, lösten aber im Anschluss über den Sieg gegen den TV Brettorf das erste DM-Ticket in der Nordstaffel.

Die Startformation um das Angriffsduo Helle Großmann und Aniko Müller, Interimszuspielerin Alina Karahemtovic sowie den Abwehrroutiners Annika Kriger und Laura Kauk geriet gleich zu Beginn des Spieles gegen die Ausrichterinnen in Rückstand. Diesen holten die Schneverdingerinnen bis zum Spielstand von 10:9 sogar auf und hatten eigens den ersten Satzball, doch auf der Zielgeraden sind es die Ohligserinnen, die punkteten und den TV Jahn in den Satzrückstand brachten (10:12). Auch Satz 2 lief nicht nach Plan der Jahnlerinnen. Nach einer unvermeidbaren Führung des OTV zum 4:9 wechselte die Trainerin Christine Seitz Karahmetovic in die Defensive und Kapitänin Kauk auf die Zuspielposition. Der Wechsel zeigte seinen Erfolg, die Rot-Weißen konnten mit fünf Punkten in Folge zum Ausgleich gleichziehen. Aber erneut gelingen die letzten Angriffe nicht zum ersehnten Erfolg. Mit 9:11 verloren die Heidschnucken auch den zweiten Spielabschnitt unglücklich. Die Wende bahnte sich im dritten Satz an. Auf der Schneverdinger Spielfeldhälfte gelang nahezu alles. Mit 11:3 entschieden die Heideblütenstädterinnen den ersten Satz zu ihren Gunsten und starteten die Aufholjagd. Doch sie endete schnell, gleich im nächsten Satz. Nach dem Stand von 4:4 baute das Team in den schwarzen Trikots wieder eine Führung auf und erspielten sich zum 6:10 die ersten Matchbälle. Drei Punkte gingen noch auf das Konto der Jahnlerinnen ehe der letzte Ball des TV Jahn die Leine nicht mehr überquerte. Die Ballannahme in der Defensiv misslang, Kauk griff direkt in den Ball, konnte ihn nur noch in die hintere Spielfeldhälfte befördern. Abwehrspielerin Karahmetovic probierte in letzter Sekunde den Ball mit dem linken Arm zum OTV zu spielen, doch die Distanz war zu lang. Mit dem zweiten Aufprall auf der Hälfte der Schneverdingerinnen begann das Strahlen der Heimmannschaft (9:11). Währenddessen in den Blicken der Jahn-Spielerinnen gleich zum zweiten Mal in dieser Saison pure Enttäuschung. „Uns ist es wieder nicht gelungen an unsere Bestleistungen heranzukommen. Immer wieder standen wir, anstatt Ohligs, an der 3-Meter-Linie zur Angabe. Trotz vieler guter Aktionen, vor allem in unserer Defensive, konnten wir die entscheidenden Punkte nicht machen.“, berichtete die Nationalspielerin und Jahn-Hauptangreiferin Großmann unzufrieden. Der weitere Spieltagsverlauf löste ein Déjà-vu in den Schneverdinger Köpfen aus. Wie in der vergangenen Woche beim MTV Wangersen war die schmerzliche Niederlage noch nicht verdaut, ehe das nächste Bundesligaspiel angepfiffen wurde. Dies spiegelte sich auch in der Anfangsphase der Jahnlerinnen gegen den TV Brettorf wider. Bis zum 6:6 im ersten Satz waren es vermeidbare Fehler der Starting-Five des TV Jahns aus dem ersten Spiel, die den TVB ins Spiel brachten. Doch ab dann lief es besser, mit vier Punkten unmittelbar in Folge setzte sich die Mannschaft von Seitz erstmalig ab. Über die 1:0-Satzführung (11:8), spielten sich die Frauen aus der Lüneburger Heide zurück in den Spieltag und zeigten sich in den Sätzen 2 und 3 wesentlich konsequenter. Es brauchte nicht mehr die vielen Angabenversuche und vielen Leinenüberquerungen, bis der TV Jahn die Punkte erzielte. Mit 11:5 und 11:4 gingen beide Sätze an die wesentlich besser aufspielenden Schneverdingerinnen – doch der große Jubel zur DM-Qualifikation blieb aus. „Natürlich freuen wir uns im zweiten Spiel wieder zurück in den Spieltag gefunden und die letzten zwei fehlenden Punkte zur DM eingesammelt zu haben. In meinem und in den Köpfen der Anderen kreisen aber immer noch die Gedanken um die Niederlage.“ gibt die ehemalige Nationalspielerin Kriger in ihrer Comebacksaison zu. Doch die Tabellensituation liefert keinerlei Gründe die Köpfe hängen zu lassen. Auch die Nordmeisterschaft bleibt im Rahmen des Möglichen und vor allem in der eigenen Hand der Jahnlerinnen. Der zuschlagende Konkurrent, wie in den vergangenen Jahren, der Ahlhorner SV. Ahlhorn hat derzeit nur eine Niederlage auf dem Konto zu verbuchen und die Rot-Weißen gleich zwei, aber das Rückrundenduell der beiden Top-Teams ist noch offen. Patzer darf sich keine Mannschaft mehr erlauben. Sollte Schneverdingen seine Partie gegen den SV Moslesfehn ohne größere Verluste gewinnen und der ASV in seinen drei offenen Spielen gegen Moslesfehn, Kellinghusen und Kreiskonkurrenten Brettorf keine Punkte liegen lassen, kommt es auf das Spiel der beiden Tabellenführer an. Trainerin Seitz blickt nach der wenig zufriedenstellenden Leistung ihrer Mannschaft umso ehrgeiziger auf den kommenden Spieltag „dass wir so ein Spiel wie heute gegen Ohligs und letzte Woche gegen Wangersen aus der Hand geben, darf uns natürlich nicht passieren. Wir ziehen unsere Schlüsse und werden mit letzter Konsequenz in den letzten Spieltag der Saison gehen. Es geht nicht nur um die Nordmeisterschaft, sondern auch um die direkte Qualifikation für das DM-Halbfinale. Wir haben innerhalb von zwei Spielen die Chance ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft einzuziehen, wir wollen gleich die erste nutzen – und das ist nächste Woche.“

Zum Einsatz kamen: Alina Karahmetovic, Annika Kriger, Laura Kauk, Helle Großmann und Aniko Müller

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