Nachbericht Champions Cup – Goldmedaille

Der Meistertitel auf der europäischen Vereinsebene geht zurück nach Schneverdingen. Die Faustballerinnen des TV Jahn Schneverdingen gewannen am vergangenen Wochenende beim Champions Cup in Hochburg-Ach (AUT) die Goldmedaille.

Europapokalspieltag 1 glich einer Hitzeschlacht. Bei über 30° und durchgehend Sonne kämpften insgesamt je sechs Frauen- und Männermannschaften um Europas Vereinskrone. Mit dabei in Vorrundengruppe A der TV Jahn Schneverdingen. Das Jahn-Team verfolgte das erste Spiel des Tages von den Zuschauerrängen aus. Ihre Konkurrentinnen Satus Kreuzlingen (CH) und FBC Linz AG Urfahr (AUT) legten in einer ausgeglichenen Partie vor – Sieger hier die Favoritinnen aus Linz. Im Turnierauftakt der Schneverdingerinnen gegen die Schweizer Mannschaft Kreuzlingen begannen die Jahnlerinnen mit ihrer bekannten Startformation um Helle Großmann, Aniko Müller, Hinrike Seitz, Laura Kauk und Alina Karahmetovic. Sie fanden trotz der extremen Temperaturen stark in das Turnier und dominierten von Beginn an. Mit 11:6, 11:7 und 11:6 gingen gleich alle drei Sätze in Folge an die Mannschaft des Trainerduos Christine Seitz und Olaf Neuenfeld. Sie konnten gleich im ersten Spiel alle ihre Spielerinnen aufs Feld bringen und jeder Defensivformation ergänzt um Annika Kriger und Lena Meyer auf die kommenden Aufgaben mit viel Einsatzzeit vorbereiten. Und die Herausforderungen kamen und wurden prompt schwieriger zu bewältigen. Gegen den frisch gebackenen österreichischen Meister Linz bekam es vor allem die Abwehrreihe mit nahezu perfekten Angaben zu tun. Der Angriff Linzs bestehend aus gleich zwei Stammnationalspielerinnen Österreichs sowie einer gebürtigen brasilianischen Angreiferin hatte vor allem in Person der Letzteren einiges zu bieten. Mit Kriger anstelle von Karahmetovic auf der Jahn-Seite fanden die Linzerinnen besonders im ersten Satz die Lücken in der schneverdinger Spielfeldhälfte. Doch nach einem verlorenen ersten Satz (8:11), fanden die Rot-Weißen zunehmend Lösungen und konnten dem starken Angriff mit herausragenden Abwehraktion Paroli bieten. Mit 11:6, 11:5 und 11:7 gingen alle drei folgenden Sätze an die Heideblütenstädterinnen, die sich über diesen zweiten Sieg die Spitzenreiterposition in der Vorrunde sicherten. Dies war nicht nur aus emotionaler Sicht zum Selbstbewusstsein tanken wichtig, sondern auch um den deutschen Konkurrentinnen aus der anderen Vorrundengruppe auszuweichen. So wie Trainerin Seitz es erwartet hatte, marschierte der TSV Dennach zeitgleich zum Vorrundensieg in Gruppe B. „Wir gehen Dennach natürlich gerne weitestgehend aus dem Weg. Der Gruppensieg war da schon von großer Bedeutung. Unser Halbfinalgegner ist somit die Zweitplatzierte SVD Diepoldsau-Schmitter, die liegen uns auf jeden Fall besser.“
Europapokalspieltag 2 zeigte sich dann mit gänzlich anderen Wetterverhältnissen von einer ganz neuen Rolle. Die Temperaturen rund 15° kälter und statt der Sonne hatten sich große Regenwolken über die IPS-Arena gelegt. Früh morgens um 9:00 Uhr der Anpfiff. Diepoldsau gegen Schneverdingen im Halbfinale. Mit der Schweizer Nationalangreiferin Tanja Bognar spielte der SVD ein überragendes Angabenspiel mit diversen, für den TV Jahn unerreichbaren Assen in Folge. Erst nach dem verlorenen ersten Satz (9:11) fanden die Heidschnucken in eine taktische Formation, um die so platzierten Bälle der Schweizerin abzuwehren. Mit 11:8 konnten die Schneverdingerinnen den Satzrückstand aufholen und sich zurück ins Spiel bringen. Satz 3 dann eine echte Zitterpartie. Bis zum 14:14 konnte sich keine Mannschaft entscheidend absetzen. Müller hatte immer wieder die Antworten parat, so auch bei ihrer letzten Angabe, die die Jahnlerinnen nach einem Ass in die Satzführung brachte. Im letzten Satz schien der Faden im Diepoldsauer Spiel gerissen und die Jahn-Mannschaft stand kompakt, parierte ein Ball nach dem anderen und punktete durch Großmann. Müller beendete zum 11:6 die Partie und servierte ihre Mannschaft ins ersehnte Finale. Finalgegner dann, wie schon im Vorfeld vermutet, der TSV Dennach. Diese Neuauflage des rein deutschen Duells gab es schon in den vergangenen Jahren immer wieder und ist auch bei den deutschen Meisterschaften häufig ein Highlightspiel. Die Pink Ladies dieses Mal als Titelverteidigerinnen in der Favoritenrolle, der TV Jahn der Herausforder. Doch das Jahn-Team verschläft den Start maßlos. Nach dem Spielstand von 2:3 im ersten Satz, gelang den Niedersachsen nicht ein einziger Punkt und der TSV marschierte davon. Mit 2:11 ging Satz 1 ungefährdet an die Nordschwarzwälderinnen. Ähnlich deutlich der zweite Spielabschnitt, dieses Mal aber für die Mannschaft von Seitz und Neuenfeld. Mit dem 11:5 glichen die Rot-Weißen aus und kippten die Partie zu ihren Gunsten. Ebenso überzeugend die Spielweise im dritten Satz. Mit der eingewechselten Kriger für Karahmetovic auf der Defensivposition taten sich nur selten Lücken für die Pink Ladies auf. Zuspielerin Seitz brachte ihre Angreiferinnen Großmann und Müller immer wieder in optimale Angriffspositionen, die die beiden nach Belieben nutzten. Mit 11:7 entschieden die Jahnlerinnen auch diesen Spielabschnitt für sich und brachten sich auf die Spur des Titelgewinns. Doch der TSV Dennach hatte eine Antwort, wechselte selbst in den eigenen Reihen und spielte wieder stärker auf. Die Abwehrreihe ließ kaum Bälle durch und die beiden ehemaligen Nationalspielerinnen Pia Neuefeind und Sonja Pfrommer bewiesen ihre Qualitäten mit Bällen genauen zwischen die Schnittstellen der Heidschnucken. Schließlich zwangen die Pink Ladies die Schneverdingerinnen in den finalen fünften Entscheidungssatz (7:11). Kauk und Kriger glänzten ein ums andere Mal und ließen die so stark aufspielenden Angreiferinnen in pink verzweifeln. Großmann machte in der Folge kurzen Prozess und nutze all ihre Chancen auf die so wichtigen Punkte. Zum Seitenwechsel der erste große Fingerzeig auf die Herausforderinnen – Spielstand 6:2 für den TV Jahn. Nach dem Seitenwechsel gelangen beiden Mannschaften genau vier Punkte bis zum ersten Matchball der Jahnlerinnen. Drei konnte der TSV noch verteidigen, doch der vierte Ball war es. Müller nutze bei Stand von 10:9 ihre letzte Angabe und legte alles rein. Sie erwischt Zweitangreiferin Neuefeind in einer unglücklichen Position, sie kann den Ball noch verteidigen, pariert ihn aber weit nach vorne und unerreichbar für ihre Teamkolleginnen. Der Ball springt zum zweiten Mal auf und der Abpfiff erfolgte. Der TV Jahn Schneverdingen fiel sich in die Arme und hatte das nach dem ersten Satz unmöglichen zu sein scheinen, möglich gemacht. Mit dem knappen 3:2-Erfolg geht der Titel des EFA Champions Cup wieder zurück nach Schneverdingen. Mit diesem Sieg gehen die nächsten zwei Kalendereinträge in die Planung der Jahnlerinnen für das kommende Jahr. Sie sind automatisch als Titelverteidiger für den nächsten Europapokal qualifiziert und werden als europäischer Champion wieder bei den World Tour Finals auflaufen. Zuspielerin Hinrike Seitz erhielt noch eine besondere Auszeichnung. Sie wurde von einer Jury als Playerin of the Match gewählt und bewies ihre spielerischen Qualitäten auch noch nach ihrer jahrelangen und so erfolgreichen Nationalmannschaftskarriere hinaus. „Es bedeutet mir natürlich extrem viel mit meiner Mannschaft auf dem Feld stehen zu dürfen. Das Wetter hat es an diesem Wochenende nochmal zu einer besonders großen Herausforderung gemacht, aber die nehmen wir gerne an. Diese so funkelnde Goldmedaille um den Hals zeigt mir, dass der Kampf sich lohnt und wir immer wieder neu angreifen werden.“, so die überglückliche 32-jährige nach der Siegerehrung.

Zum Einsatz kamen: Aniko Müller, Helle Großmann, Hinrike Seitz, Alina Karahmetovic, Laura Kauk, Lena Meyer und Annika Kriger

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