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Nachbericht Männer EM – Silbermedaille für Olaf Neuenfeld!!!

Nachbericht Männer-Europameisterschaft 12.–15.08.2026

Silber statt Titelverteidigung: Für den Schneverdinger Olaf Neuenfeld an der Seitenlinie der deutschen Faustball-Nationalmannschaft endete die Europameisterschaft im dänischen Tønder mit dem zweiten Platz. Nach einem Turnier mit deutlichen Siegen, einer Niederlage in der Vorrunde und einem dramatischen Halbfinale musste sich Deutschland im Endspiel klar geschlagen geben. Für die Österreicher war es der erste EM-Titel seit 2010 – für Neuenfeld blieb nach fünf deutschen Europameisterschaften in Folge diesmal Silber.

Schon die Vorrunde hatte gezeigt, dass der Weg zur Titelverteidigung kein leichter werden würde. Nach dem souveränen Auftakterfolg gegen Italien (11:4, 11:5, 11:6) folgte gegen Österreich eine deutliche 0:3-Niederlage (8:11, 9:11, 4:11). Deutschland reagierte jedoch und sicherte sich mit dem 3:1 gegen die Schweiz (11:5, 8:11, 11:7, 11:6) Rang zwei der Gruppe. „Wir haben uns gut von der Niederlage erholt und alle haben gegen die Schweiz gezeigt, was sie können“, zeigte sich Neuenfeld mit der Reaktion seines neu formierten Kaders zufrieden. Im Viertelfinale ließ die deutsche Auswahl Belgien beim 3:0 (11:4, 11:3, 11:8) keine Chance. Was anschließend folgte, wurde zum emotionalen Höhepunkt des Turniers. Im Halbfinale gegen die Schweiz stand Deutschland nach sechs Sätzen mehrfach mit dem Rücken zur Wand. Die Eidgenossen führten zwischenzeitlich nach Sätzen, hatten im sechsten Durchgang sogar einen Matchball, doch Neuenfelds Mannschaft kämpfte sich zurück. Das 12:10 erzwang den Entscheidungssatz, den Deutschland nach einem hochklassigen Schlagabtausch mit 11:8 gewann. Nach fast sieben Sätzen voller taktischer Anpassungen, Wechsel und Nervenstärke war der Finaleinzug mit 4:3 (5:11, 11:6, 11:8, 5:11, 9:11, 12:10, 11:8) perfekt. Im Endspiel wartete erneut Österreich – und Neuenfeld überraschte zunächst mit einer komplett neuen taktischen Variante. Deutschland formierte sich im sogenannten „Haus-Spielsystem“ und zog den Zuspieler weit nach vorne, noch vor die Angriffsreihe. Der Plan ging zunächst auf: Mit einer schnellen 4:0-Führung erwischte Deutschland den Gegner auf dem falschen Fuß und erarbeitete sich beim 10:8 sogar zwei Satzbälle. Doch Österreich schlug zurück und entschied den Durchgang noch mit 13:11 für sich. „Wenn wir den Vorsprung im ersten Satz transportieren und gewinnen können, haben wir eine Chance“, bilanzierte Neuenfeld später. „Aber das haben wir nicht – und so nahm das Schicksal seinen Lauf.“ Deutschland entwickelte danach im Angriff nicht mehr genügend Druck, während Österreich zunehmend sicherer und konsequenter agierte. Mit 3:11, 5:11 und 4:11 gingen auch die folgenden Sätze deutlich verloren. „Wir konnten Österreich im Angriff nicht dauerhaft und zwingend unter Druck setzen. Dadurch kamen sie immer wieder in gute Angriffspositionen und hatten es am Ende zu leicht“, erklärte der Schneverdinger. So ärgerlich die deutliche Finalniederlage für Neuenfeld war, ordnete er die Silbermedaille dennoch realistisch ein. Mit vier EM-Debütanten, mehreren personellen Umbesetzungen und einer verletzungsbedingten Nachnominierung war Deutschland mit einem deutlich veränderten Kader nach Tønder gereist. Der erneute Finaleinzug übertraf deshalb in Teilen sogar die Erwartungen. Gleichzeitig zollte Neuenfeld – als fairer Sportsmann wie er ist – dem neuen Europameister ausdrücklich Respekt: Österreich habe sich den Titel mit seiner konstanten Leistung über das gesamte Turnier „mehr als verdient“. Für den 56-Jährigen endete damit auch persönlich eine besondere Europameisterschaft. Zwischen 2002 und 2005 hatte Neuenfeld selbst die dänische Nationalmannschaft trainiert und bis heute enge Verbindungen in das Nachbarland. Entsprechend groß fiel sein Lob für die erste Männer-EM auf dänischem Boden aus: „Es war einfach geil hier in Dänemark.“ Vor rund 1.800 Zuschauern im Finale und einer außergewöhnlichen Atmosphäre setzte Tønder einen würdigen Schlusspunkt unter vier intensive Turniertage.

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