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Vorbericht DM BL 18./19.07.2026

Vorbericht Deutsche Meisterschaft Frauen 18./19.07.2026

Jetzt geht’s um die nationalen Medaillen: Wenn am kommenden Wochenende in Bardowick die Deutsche Meisterschaft im Faustball ausgetragen wird, gehört der TV Jahn Schneverdingen einmal mehr zum Teilnehmerfeld. Für die Heidschnucken ist die Endrunde längst zur Tradition geworden – doch selten war der Weg dorthin so steinig wie in diesem Jahr. Trotz zahlreicher personeller Veränderungen und immer neuer Formationen sicherten sich die Schneverdingerinnen als Vizemeister der Bundesliga Nord erneut das Ticket für den Saisonhöhepunkt.

Die vergangenen Monate verlangten der Mannschaft einiges ab. Nach personellen Veränderungen in der laufenden Spielsaison und der Fingerfraktur von Abwehrspielerin Luca von Loh mussten Positionen neu verteilt werden, Nachwuchsspielerinnen rückten früher als geplant in den Bundesligakader und immer wieder waren zusätzliche Spielerinnen gefragt, um personelle Lücken zu schließen. Auch Lena Meyer unterstützte die Mannschaft während der Saison mehrfach, ist für die Deutsche Meisterschaft jedoch privat verhindert und steht nicht zur Verfügung. Trainerin Christine Seitz war dadurch Woche für Woche zum Umdenken gezwungen – und führte ihre Mannschaft dennoch sicher auf den zweiten Tabellenplatz. „Wir mussten uns praktisch jede Woche neu sortieren und konnten kaum einmal in derselben Formation spielen“, blickt Mannschaftsführerin Laura Kauk zurück. „Umso mehr bedeutet uns diese Deutsche Meisterschaft. Wir haben als Mannschaft unglaublich viel dazugelernt und wollen jetzt zeigen, dass wir uns diesen Platz verdient haben.“ Im Qualifikationsspiel am Samstagmittag wartet mit dem TSV Pfungstadt der Drittplatzierte der Südstaffel. Mit Stephanie Thomas, einer ehemaligen Nationalspielerin mit unzähligen internationalen Meistertiteln, und der österreichischen Nationalangreiferin Teresa Thomas verfügen die Hessinnen über eines der erfahrensten Angriffsduos der Endrunde. Für die Heideblütenstädterinnen ist der Gegner weitgehend unbekannt. „Wir kennen Pfungstadt nur aus wenigen Spielen. Deshalb wird es wichtig sein, schnell Lösungen zu finden und unser eigenes Spiel durchzuziehen“, sagt Nationalangreiferin Helle Großmann. „Bei einer Deutschen Meisterschaft entscheidet oft die Tagesform. Wenn wir unser Potenzial abrufen, brauchen wir uns vor keiner Mannschaft zu verstecken.“ Mit einem Sieg würde der TV Jahn ins Halbfinale gegen Südmeister TSV Dennach einziehen. Als größter Titelfavorit reist jedoch erneut der Ahlhorner SV nach Bardowick. Die Oldenburgerinnen dominierten die Bundesliga Nord ohne Niederlage und gehen gemeinsam mit Dennach als die Mannschaften ins Rennen, die es zu schlagen gilt. Dabei gehörte genau diese Favoritenrolle in den vergangenen Jahren meist den Jahnlerinnen. Zwischen 2021 und 2024 gewann der TV Jahn viermal in Folge die Deutsche Meisterschaft – 2021 und 2022 jeweils im Finale gegen Dennach, 2023 und 2024 gegen den Ahlhorner SV. Erst im vergangenen Jahr riss die beeindruckende Serie mit der Finalniederlage gegen Ahlhorn. Diesmal reisen die Heidschnucken mit einer anderen Ausgangslage nach Bardowick – eine Rolle, mit der sich die Mannschaft aber inzwischen durchaus wohlfühlt. „Ahlhorn und Dennach haben in dieser Saison die größte Konstanz gezeigt und gehen verdient als Favoriten in die Meisterschaft“, ordnet Trainerin Christine Seitz die Ausgangslage ein. „Wir haben in dieser Saison gelernt, auf jede Situation zu reagieren. Diese Erfahrung kann auf einer Deutschen Meisterschaft viel wert sein.“ Mit Helle Großmann und Aniko Müller stehen dem TV Jahn weiterhin zwei Nationalangreiferinnen zur Verfügung, die jeder Partie ihren Stempel aufdrücken können. Komplettiert wird der Kader von Alina Karahmetovic, Laura Kauk, Luca von Loh und Annika Kriger. Außerdem gehören die Nachwuchsspielerinnen Nina Karahmetovic, Merle Mund und Greta Baden zum Aufgebot, die erstmals Deutsche-Meisterschaft-Luft schnuppern und wertvolle Erfahrungen auf höchstem Niveau sammeln sollen. Für die Heidschnucken dürfte sich die Endrunde dabei fast wie ein Heimturnier anfühlen. Bardowick liegt nur rund 45 Autominuten von Schneverdingen entfernt, zahlreiche Fans werden den TV Jahn vor Ort unterstützen. Tagestickets für Samstag und Sonntag sind weiterhin erhältlich. Eines hat diese Saison bereits gezeigt: Dieses TV Jahn Team lässt sich von Rückschlägen nicht aus der Bahn werfen. Aus personellen Engpässen ist ein echter Zusammenhalt entstanden, aus Improvisation neue Stärke. Genau mit diesem Selbstverständnis reisen die Heidschnucken nun nach Bardowick. Nicht als Topfavorit – sondern als Mannschaft, die gerade dann besonders gefährlich ist, wenn sie niemand ganz oben auf der Rechnung hat. Beste Voraussetzungen also für ein stimmungsvolles Faustball-Wochenende – und vielleicht für das nächste Kapitel einer außergewöhnlichen Schneverdinger Erfolgsgeschichte.