Nachbericht U21-Europameisterschaft 22./23.08.2026

Von Silber zu Gold und von der Premiere direkt auf den europäischen Thron: Für Maja und Nele Rogosch vom TV Jahn Schneverdingen endete die U21-Europameisterschaft in München mit dem größtmöglichen Erfolg. Mit einem 3:0-Finalsieg gegen Österreich verteidigte die deutsche Auswahl ihren Titel. Maja feierte nach zweimal U18-Silber ihre erste internationale Goldmedaille, Nele krönte gleich ihr erstes Turnier im Nationaltrikot mit dem EM-Titel.

Dabei verlief der Weg an die europäische Spitze keineswegs geradlinig. Zum Auftakt setzte sich Deutschland mit 2:0 (11:8, 11:9) gegen Österreich durch, ehe die Schweiz den Titelverteidiger beim 0:2 (8:11, 11:13) ausbremste. In den Begegnungen gegen die Schweiz und anschließend gegen Italien waren die beiden Schneverdingerinnen gefordert und sammelten ihre ersten Einsatzzeiten bei der Heim-EM. Gerade gegen Italien zeigte die deutsche Auswahl die passende Reaktion auf die vorherige Niederlage und ließ beim deutlichen 2:0 (11:1, 11:2) lediglich drei gegnerische Punkte zu. „Natürlich war ich vor meinem ersten Einsatz aufgeregt. Sobald man aber auf dem Feld steht, versucht man, das auszublenden und einfach seine Aufgabe zu erfüllen“, beschreibt Nele Rogosch ihre Nationalmannschaftspremiere. Der klare Erfolg gegen Italien sollte später noch entscheidend werden. Deutschland, Österreich und die Schweiz beendeten die Vorrunde jeweils mit 4:2 Punkten und 4:2 Sätzen. Dank des deutlich besseren Ballverhältnisses zog die deutsche Auswahl letztlich als Gruppensieger ins Halbfinale ein. Dort wartete am Sonntag erneut Italien. Deutschland ließ beim 3:0 (11:4, 11:6, 11:3) – wieder mit Einsatzzeiten für Maja und Nele – keine Zweifel aufkommen und zog souverän ins Endspiel ein. „Nach dem Samstag wussten wir, dass wir uns noch einmal steigern müssen. Am Sonntag waren wir von Beginn an voll da und haben als Mannschaft sehr konsequent gespielt“, blickt Maja Rogosch zurück. Im Finale kam es dann zur Neuauflage des Auftaktduells gegen den inzwischen zum Dauerrivalen gewordenen Gegner aus Österreich. Deutschland legte mit zweimal 11:8 vor, doch der dritte Durchgang entwickelte sich zum Nervenkrimi. Zunächst musste die deutsche Auswahl selbst Satzbälle abwehren, ehe mehrere eigene Matchbälle ungenutzt blieben. In der Verlängerung fiel beim Stand von 13:12 schließlich die Entscheidung: Ein österreichischer Angriff landete im Seitenaus. 14:12, 3:0 – und erneut Europameister. Für die beiden Jahn-Spielerinnen bekam dieser Moment eine ganz eigene Bedeutung. Maja hatte 2024 bei der U18-Weltmeisterschaft in Chile und 2025 bei der U18-Europameisterschaft jeweils Silber gewonnen. Mit dem direkten Sprung in die U21 folgte nun endlich Gold. „Nach den beiden Silbermedaillen bedeutet mir dieser Titel natürlich unglaublich viel. Dass Nele bei ihrem ersten Nationalmannschaftsturnier ebenfalls dabei war und wir diesen Erfolg zusammen erleben konnten, macht ihn noch besonderer“, freut sich Maja. Für Nele hätte die Premiere auf internationaler Bühne ebenfalls kaum erfolgreicher verlaufen können. „Beim ersten Turnier direkt Europameisterin zu werden, ist schwer in Worte zu fassen. Als der letzte Ball im Aus war, war einfach nur noch Freude da“, beschreibt die Zuspielerin den entscheidenden Moment. Damit bleibt der noch junge U21-Wettbewerb fest in deutscher Hand. Nach dem Premierentitel 2025 gewann Deutschland auch die zweite ausgespielte Frauen-Europameisterschaft – diesmal mit zwei Schneverdinger Schwestern mittendrin.

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Nachbericht U10-Bezirksmeisterschaft 22.08.2026

Ungeschlagen bis ins Finale und am Ende mit Silber zur Landesmeisterschaft: Die U10-Faustballerinnen des TV Jahn Schneverdingen spielten bei der Bezirksmeisterschaft in Wangersen ein starkes Turnier. Erst im Endspiel stoppte der MTSV Selsingen die Siegesserie der jungen Jahnlerinnen.

Schon in der Vorrunde fanden Emily Ahlbrecht, Shania Brauß, Latisha Kerti, Emily Paukstys, Nike Ruschmeyer und Luisa Skirke gut in die Meisterschaft. Zum Auftakt setzte sich das Team mit 2:0 (11:9, 11:7) gegen den MTV Wangersen 2 durch. Deutlich enger entwickelte sich anschließend das Duell mit dem MTSV Selsingen. Nach dem 11:7 im ersten Satz gerieten die Heidschnucken im zweiten Durchgang zwischenzeitlich in Rückstand, kämpften sich mit viel Einsatz zurück und entschieden den umkämpften Satz mit 14:12 für sich. Auch gegen den TSV Bardowick behielten die Schneverdingerinnen in einem engen ersten Durchgang die Nerven und machten mit dem 2:0 (15:13, 11:6) den Gruppensieg ohne Satzverlust perfekt. Im Halbfinale wartete mit dem TSV Essel der Zweite der Parallelgruppe. Trotz der spürbaren Aufregung knüpften die Jahnlerinnen an ihre Leistungen aus der Vorrunde an und zogen mit einem 2:0-Erfolg (11:6, 11:9) verdient ins Endspiel ein. Dort kam es zum erneuten Duell mit Selsingen. Anders als noch in der Vorrunde hatte diesmal der MTSV in den entscheidenden Situationen die Nase vorn. Schneverdingen hielt beide Sätze offen, musste sich schließlich aber mit 0:2 (8:11, 9:11) geschlagen geben. „Natürlich waren die Mädels vor dem Finale sehr aufgeregt, aber sie haben bis zum letzten Ball alles gegeben. Insgesamt können wir mit diesem Turnier sehr zufrieden sein. Gerade in den engen Situationen haben sie toll gekämpft und sich gegenseitig motiviert“, freute sich Trainerin Lotta Schröder über die Leistung ihrer Mannschaft. Mit vier Siegen aus fünf Spielen, dem zweiten Platz und der Silbermedaille lösten die jungen Heideblütenstädterinnen zugleich das ersehnte Ticket für die Landesmeisterschaft, die in drei Wochen ebenfalls in Wangersen ausgetragen wird.

Zum Einsatz kamen: Emily Ahlbrecht, Shania Brauß, Latisha Kerti, Emily Paukstys, Nike Ruschmeyer und Luisa Skirke

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Vorbericht U21-Europameisterschaft 22./23.08.2026

Mit Schneverdinger Doppelpack soll die Titelverteidigung gelingen: Wenn am kommenden Wochenende in München die U21-Europameisterschaft im Faustball ausgetragen wird, ist der TV Jahn Schneverdingen gleich doppelt im deutschen Nationalteam vertreten. Mit Maja Rogosch und Nele Rogosch gehören zwei Jahninnen zum Aufgebot des amtierenden Europameisters.

Für Nele Rogosch wird die EM zu einer Premiere. Die Zuspielerin bestreitet in München ihr erstes Turnier mit der deutschen Nationalmannschaft und erhält damit erstmals die Gelegenheit, sich mit dem Bundesadler auf der Brust auf internationaler Bühne zu beweisen. „Ich freue mich riesig auf mein erstes Turnier für Deutschland. Natürlich ist etwas Aufregung dabei, aber vor allem möchte ich die Atmosphäre genießen und der Mannschaft bestmöglich helfen“, blickt die Schneverdingerin auf ihr Debüt. Ihre Schwester Maja bringt dagegen bereits reichlich internationale Erfahrung aus dem Nachwuchsbereich mit. Nach U18-Silber bei der Weltmeisterschaft 2024 in Chile und der Vize-Europameisterschaft 2025 in Österreich gelang ihr nun der direkte Sprung aus der U18- in die U21-Auswahl. „Die internationalen Turniere mit der U18 waren schon besondere Erlebnisse. Jetzt direkt den nächsten Schritt in die U21 machen zu dürfen, bedeutet mir viel. Unser Ziel ist es natürlich, den Titel zu verteidigen“, sagt Maja Rogosch. Für die Nachwuchsspielerinnen Europas ist diese EM erst das zweite Turnier dieser Altersklasse. Während die U21-EM der Männer bereits seit vielen Jahren fest im internationalen Faustballkalender verankert ist, feierte der Frauenwettbewerb erst 2025 im Rahmen der großen Nachwuchs-Euro in Österreich seine Premiere. Deutschlands Frauen setzten dabei direkt ein Ausrufezeichen: Fünf Spiele, fünf Siege und kein einziger Satzverlust bedeuteten den ersten U21-Europameistertitel der Geschichte. Entsprechend reist die Auswahl nun als Titelverteidiger nach München. In diesem Jahr kämpfen neben Deutschland auch Österreich, die Schweiz und Italien um den kontinentalen Titel. Bereits am Samstag wartet ein kompaktes Vorrundenprogramm. Zum Auftakt trifft die deutsche Auswahl um 13.15 Uhr auf Österreich, um 14.45 Uhr folgt das Duell mit der Schweiz. Den Abschluss bildet um 16.15 Uhr die Partie gegen Italien. Die Platzierungen der Vorrunde entscheiden über die Halbfinalpaarungen am Sonntagmorgen. Dabei trifft der Zweite auf den Dritten, während der Vorrundensieger gegen den Viertplatzierten antritt. Das Finale um den Europameistertitel steigt anschließend um 14 Uhr. Für die beiden Heideblütenstädterinnen wartet damit ein besonderes Wochenende: Während Nele Rogosch erstmals internationale Turnierluft im deutschen Trikot schnuppert, beginnt für Maja Rogosch mit dem Wechsel in die U21 das nächste Kapitel ihrer Nationalmannschaftslaufbahn. Gemeinsam wollen die Schwestern ihren Teil dazu beitragen, dass der im vergangenen Jahr erstmals gewonnene U21-Europameistertitel auch 2026 in deutscher Hand bleibt.

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Nachbericht Männer-Europameisterschaft 12.–15.08.2026

Silber statt Titelverteidigung: Für den Schneverdinger Olaf Neuenfeld an der Seitenlinie der deutschen Faustball-Nationalmannschaft endete die Europameisterschaft im dänischen Tønder mit dem zweiten Platz. Nach einem Turnier mit deutlichen Siegen, einer Niederlage in der Vorrunde und einem dramatischen Halbfinale musste sich Deutschland im Endspiel klar geschlagen geben. Für die Österreicher war es der erste EM-Titel seit 2010 – für Neuenfeld blieb nach fünf deutschen Europameisterschaften in Folge diesmal Silber.

Schon die Vorrunde hatte gezeigt, dass der Weg zur Titelverteidigung kein leichter werden würde. Nach dem souveränen Auftakterfolg gegen Italien (11:4, 11:5, 11:6) folgte gegen Österreich eine deutliche 0:3-Niederlage (8:11, 9:11, 4:11). Deutschland reagierte jedoch und sicherte sich mit dem 3:1 gegen die Schweiz (11:5, 8:11, 11:7, 11:6) Rang zwei der Gruppe. „Wir haben uns gut von der Niederlage erholt und alle haben gegen die Schweiz gezeigt, was sie können“, zeigte sich Neuenfeld mit der Reaktion seines neu formierten Kaders zufrieden. Im Viertelfinale ließ die deutsche Auswahl Belgien beim 3:0 (11:4, 11:3, 11:8) keine Chance. Was anschließend folgte, wurde zum emotionalen Höhepunkt des Turniers. Im Halbfinale gegen die Schweiz stand Deutschland nach sechs Sätzen mehrfach mit dem Rücken zur Wand. Die Eidgenossen führten zwischenzeitlich nach Sätzen, hatten im sechsten Durchgang sogar einen Matchball, doch Neuenfelds Mannschaft kämpfte sich zurück. Das 12:10 erzwang den Entscheidungssatz, den Deutschland nach einem hochklassigen Schlagabtausch mit 11:8 gewann. Nach fast sieben Sätzen voller taktischer Anpassungen, Wechsel und Nervenstärke war der Finaleinzug mit 4:3 (5:11, 11:6, 11:8, 5:11, 9:11, 12:10, 11:8) perfekt. Im Endspiel wartete erneut Österreich – und Neuenfeld überraschte zunächst mit einer komplett neuen taktischen Variante. Deutschland formierte sich im sogenannten „Haus-Spielsystem“ und zog den Zuspieler weit nach vorne, noch vor die Angriffsreihe. Der Plan ging zunächst auf: Mit einer schnellen 4:0-Führung erwischte Deutschland den Gegner auf dem falschen Fuß und erarbeitete sich beim 10:8 sogar zwei Satzbälle. Doch Österreich schlug zurück und entschied den Durchgang noch mit 13:11 für sich. „Wenn wir den Vorsprung im ersten Satz transportieren und gewinnen können, haben wir eine Chance“, bilanzierte Neuenfeld später. „Aber das haben wir nicht – und so nahm das Schicksal seinen Lauf.“ Deutschland entwickelte danach im Angriff nicht mehr genügend Druck, während Österreich zunehmend sicherer und konsequenter agierte. Mit 3:11, 5:11 und 4:11 gingen auch die folgenden Sätze deutlich verloren. „Wir konnten Österreich im Angriff nicht dauerhaft und zwingend unter Druck setzen. Dadurch kamen sie immer wieder in gute Angriffspositionen und hatten es am Ende zu leicht“, erklärte der Schneverdinger. So ärgerlich die deutliche Finalniederlage für Neuenfeld war, ordnete er die Silbermedaille dennoch realistisch ein. Mit vier EM-Debütanten, mehreren personellen Umbesetzungen und einer verletzungsbedingten Nachnominierung war Deutschland mit einem deutlich veränderten Kader nach Tønder gereist. Der erneute Finaleinzug übertraf deshalb in Teilen sogar die Erwartungen. Gleichzeitig zollte Neuenfeld – als fairer Sportsmann wie er ist – dem neuen Europameister ausdrücklich Respekt: Österreich habe sich den Titel mit seiner konstanten Leistung über das gesamte Turnier „mehr als verdient“. Für den 56-Jährigen endete damit auch persönlich eine besondere Europameisterschaft. Zwischen 2002 und 2005 hatte Neuenfeld selbst die dänische Nationalmannschaft trainiert und bis heute enge Verbindungen in das Nachbarland. Entsprechend groß fiel sein Lob für die erste Männer-EM auf dänischem Boden aus: „Es war einfach geil hier in Dänemark.“ Vor rund 1.800 Zuschauern im Finale und einer außergewöhnlichen Atmosphäre setzte Tønder einen würdigen Schlusspunkt unter vier intensive Turniertage.

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Nachbericht Norddeutsche Meisterschaft U18 16.08.2026

Bronze und DM-Ticket gesichert: Die U18-Faustballerinnen des TV Jahn Schneverdingen belegten am vergangenen Sonntag bei der Norddeutschen Meisterschaft in Wangersen den dritten Platz. Nach vier Siegen aus fünf Spielen sicherten sich die Jahnlerinnen damit gleichzeitig die Qualifikation für die Deutsche Meisterschaft, die Anfang September in Essel ausgetragen wird.

Dabei führte bereits ein ungewöhnlicher Weg zur Norddeutschen Meisterschaft. Eigentlich sollte die Landesmeisterschaft vor einigen Wochen über die Qualifikation entscheiden. Aufgrund der extremen Hitze und der damit verbundenen Absage zahlreicher Sportveranstaltungen fiel jedoch auch die U18-Landesmeisterschaft aus. Einen Ersatztermin ließ der eng getaktete Jugendspielplan mit Lehrgängen, Sichtungsmaßnahmen, Turnieren und Ferien nicht mehr zu. Deshalb erhielten die Bezirksbesten ein Startrecht für die NDM. Als Vizemeister der Bezirksmeisterschaft gehörte damit auch der TV Jahn zum Teilnehmerfeld. In Wangersen starteten die Schneverdingerinnen direkt erfolgreich in die Meisterschaft. Gegen den TuS Oldendorf kontrollierten sie die Partie und feierten mit 2:0 (11:5, 11:3) einen souveränen Auftakterfolg. Im anschließenden Duell mit dem VfL Kellinghusen fand der TV Jahn dagegen nicht richtig in seinen Rhythmus. Zu viele Ungenauigkeiten im eigenen Spiel verhinderten einen engeren Spielverlauf und führten zur 0:2-Niederlage (7:11, 5:11). Damit beendeten die Heideblütenstädterinnen die Vorrunde auf dem zweiten Gruppenplatz und mussten den Umweg über die Qualifikationsrunde nehmen. Dort steigerten sich die Jahnlerinnen wieder deutlich. Gegen den MTSV Selsingen übernahmen sie früh die Kontrolle und lösten mit einem ungefährdeten 2:0-Erfolg (11:6, 11:6) das Halbfinalticket. Mit dem TV Brettorf wartete dort allerdings der spätere Norddeutsche Meister. Schneverdingen hielt insbesondere im zweiten Durchgang lange dagegen und brachte die Favoritinnen immer wieder unter Druck. Für den Finaleinzug reichte es beim 0:2 (7:11, 9:11) letztlich dennoch nicht. „Wir haben gegen Brettorf gezeigt, dass wir auch mit den stärksten Mannschaften mithalten können. Gerade im zweiten Satz waren wir sehr nah dran, haben uns für unsere Leistung am Ende aber nicht belohnt“, bilanzierte Aushilfsbetreuerin Alina Karahmetovic. Damit entschied das erneute Aufeinandertreffen mit Kellinghusen über die Bronzemedaille dieser Meisterschaft. Anders als noch in der Vorrunde agierten die Rot-Weißen nun deutlich sicherer und entschieden den ersten Satz mit 11:8 für sich. Im zweiten Durchgang entwickelte sich eine umkämpfte Partie, in der sich keine Mannschaft entscheidend absetzen konnte. In der Verlängerung behielten die Jahnlerinnen schließlich die Nerven, verwandelten ihre entscheidenden Möglichkeiten und machten mit dem 14:12 den 2:0-Erfolg, die Bronzemedaille und gleichzeitig die DM-Qualifikation perfekt. „Die Mannschaft hat sich im Laufe des Tages immer weiter gesteigert. Besonders wichtig war, dass wir nach der Vorrundenniederlage gegen Kellinghusen im entscheidenden Spiel eine klare Reaktion gezeigt haben. Alle haben bis zum letzten Ball alles gegeben. Mit Bronze und der Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft können wir sehr zufrieden sein“, freute sich Karahmetovic. Nach dem ungewöhnlichen Weg zur NDM krönten die Schneverdingerinnen ihren Meisterschaftstag damit mit einem Podestplatz und dem nächsten Saisonziel. Anfang September wartet bei der Deutschen Meisterschaft im nahegelegenen Essel nun der nationale Saisonhöhepunkt. Den norddeutschen Titel sicherte sich der TV Brettorf im Finale gegen Gastgeber MTV Wangersen.

Zum Einsatz kamen: Greta Baden, Nina Karahmetovic, Marie Küsel, Merle Mund, Hanne Röhrs, Ronja Röhrs und Lotta Schröder

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Vorbericht Männer-Europameisterschaft 12.–15.08.2026

Die nächste Titelmission führt Olaf Neuenfeld nach Dänemark: Wenn am Mittwoch in Tønder erstmals eine Männer-Europameisterschaft auf dänischem Boden beginnt, steht der Schneverdinger erneut an der Seitenlinie der deutschen Nationalmannschaft. Seit 2006 trägt Neuenfeld die Verantwortung für das deutsche Männerteam, hat es zu vier Weltmeistertiteln und zahlreichen weiteren internationalen Erfolgen geführt. Nun soll in Tønder der nächste Europameistertitel folgen – mit einem Kader, der sich gegenüber den vergangenen Großereignissen allerdings deutlich verändert hat.

Die jüngere EM-Bilanz könnte kaum eindrucksvoller sein. Seit dem dritten Platz 2012 gewann Deutschland jede ausgetragene Europameisterschaft: 2014 in Olten, 2016 in Grieskirchen, 2018 in Adelmannsfelden, 2022 in Kaltern und zuletzt 2024 in Frauenfeld. Gerade der jüngste Erfolg besitzt für Neuenfeld besonderen Stellenwert. Nach zahlreichen Rücktritten musste er damals eine neue Mannschaft formen, die im Finale überraschend den favorisierten Österreichern in einem Sieben-Satz-Krimi den Titel entriss. Bei den World Games 2025 folgte Silber nach der Finalniederlage gegen Brasilien. Auch diesmal reist Deutschland nicht mit derselben Formation zum nächsten Großereignis. Gleich vier Spieler stehen in Tønder vor ihrem EM-Debüt, zusätzlich musste Neuenfeld nach einer Verletzung kurzfristig einen weiteren Abwehrspieler nachnominieren. „Wir haben eine gute Mischung aus erfahrenen und neuen Spielern, die in die Mannschaft drängen“, sieht Neuenfeld darin auch eine Chance. „Das ist durchaus ein Vorteil, wenn neue Spieler Druck machen und neue Impulse einbringen.“ Bevor es am Dienstag Richtung Dänemark ging, holte der Bundestrainer seinen EM-Kader noch einmal nach Schneverdingen. Bei der abschließenden Vorbereitung lag der Schwerpunkt vor allem auf der Abstimmung – denn der letzte Härtetest lieferte einen Warnschuss zur richtigen Zeit. Gegen die Schweiz verlor Deutschland beim Obersee Masters mit 1:4 und beendete anschließend auch das Turnier lediglich auf Rang sieben. Beunruhigen lässt sich der erfahrene Bundestrainer davon nicht. „Das war sicherlich keine Glanzleistung von uns. Ich denke, dass es ein rechtzeitiger Warnschuss war. Wir wissen, dass wir es besser können. In Dänemark werden die Karten neu gemischt.“ Zeit zum Hineinfinden bleibt dem Titelverteidiger ohnehin kaum. Deutschland hat mit Österreich, der Schweiz und Italien eine stark besetzte Vorrundengruppe. Zum Auftakt wartet am Mittwoch um 14.15 Uhr Italien, am Donnerstag folgen Österreich um 12.30 Uhr und die Schweiz um 18.30 Uhr. In der zweiten Gruppe kämpfen Gastgeber Dänemark, Tschechien, Belgien und Serbien um die Platzierungen. Nach der Vorrunde, in der innerhalb der Gruppen jeder gegen jeden spielt, erreichen alle acht Nationen das Viertelfinale. Ab dort entscheidet jedes Spiel über den weiteren Weg: Die Sieger ziehen am Freitagnachmittag ins Halbfinale ein, am Samstag folgen um 15 Uhr das Spiel um Bronze und um 17 Uhr das Finale. Gerade die anspruchsvolle Vorrunde dürfte früh zeigen, wo Neuenfelds neu formierte Mannschaft tatsächlich steht. Neben Österreich zählt der Bundestrainer inzwischen vor allem die Schweiz zum Kreis der größten Konkurrenten. Die Eidgenossen unterstrichen ihre Form zuletzt nicht nur gegen Deutschland, sondern auch mit einem 3:0-Erfolg gegen Brasilien. „Wir haben als Ziel den EM-Titel ausgegeben. Alles andere würde unseren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden“, macht Neuenfeld dennoch keinen Hehl aus den deutschen Ambitionen. Für den 56-Jährigen besitzt die Europameisterschaft darüber hinaus eine besondere persönliche Note. Von 2002 bis 2005 trainierte Neuenfeld selbst die dänische Nationalmannschaft und führte sie unter anderem erstmals zu den World Games. Die Verbindungen ins Nachbarland bestehen bis heute. Den Austragungsort in Tønder kennt er bereits von einem Besuch im vergangenen Jahr. „Damals war schon eine Energie und Vorfreude zu verspüren. Ich bin mir sicher, dass es eine außergewöhnliche und top-organisierte EM wird.“ Mehr als zwei Jahrzehnte später kehrt Neuenfeld nun als Trainer des Titelverteidigers nach Dänemark zurück. Die Favoritenrolle ist nach dem personellen Umbruch und den zuletzt durchwachsenen Testspielen keineswegs so eindeutig wie die beeindruckende deutsche EM-Serie vermuten lässt. Am Anspruch des Rekord-Bundestrainers ändert das wenig: Fünf Europameistertitel in Folge stehen bereits in den Büchern – in Tønder soll der sechste folgen.

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Nachbericht U16 Jürgen-Wegner-Pokal 25./26.07.2026

Der Jürgen-Wegner-Pokal war zum Greifen nah: Erst zwei verlorene Ballwechsel im Entscheidungssatz des Finals verhinderten den Turniersieg der U16-Mädchenauswahl Niedersachsens. Mit Ronja Röhrs und Greta Baden standen auch zwei Nachwuchsspielerinnen des TV Jahn Schneverdingen im Aufgebot, das sich nach einer überzeugenden Vorrunde erst im Endspiel dem Team aus Schwaben geschlagen geben musste.

Schon der erste Turniertag zeigte, warum Niedersachsen bis zum Schluss um den Titel mitspielen sollte. Bei hochsommerlichen Temperaturen absolvierte die Auswahl im Modus „Jeder gegen Jeden“ mit Hin- und Rückrunde gleich vier Partien und ließ dabei nichts anbrennen. Sachsen (11:8, 11:3), Baden (11:9, 11:5), Bayern (11:9, 11:7) und selbst Mitfavorit Schwaben (11:5, 11:6) hatten das Nachsehen. Durch viele Wechsel hielt das Trainerteam die Belastung über den langen Turniertag bewusst gering – ohne dass die Qualität auf dem Feld darunter litt. „Wir sind richtig gut ins Turnier gestartet. Gerade bei der Hitze hat es uns geholfen, dass wir viel wechseln konnten und jede Spielerin ihren Beitrag geleistet hat“, sagte Ronja Röhrs. Auch am Sonntag knüpfte Niedersachsen zunächst an die starke Leistung an. Zwar gingen gegen Sachsen (11:5, 7:11) und Bayern (11:5, 9:11) jeweils ein Satz verloren, die Mannschaft ließ sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen. Mit einem überzeugenden 2:0 (11:5, 11:7) gegen Baden und einem ebenso souveränen 2:0 (11:7, 11:5) gegen Schwaben sicherte sich Niedersachsen verdient den ersten Platz der Vorrunde und zog mit viel Selbstvertrauen ins Endspiel ein. Dort kam es nur kurze Zeit später zum erneuten Duell mit Schwaben. Niedersachsen erwischte den besseren Start und entschied den ersten Satz mit 11:7 für sich. Anschließend entwickelte sich ein hochklassiges Finale, in dem sich beide Teams kaum etwas schenkten. Der zweite Satz ging nach großem Kampf unglücklich mit 14:15 verloren, bevor Schwaben den Entscheidungssatz mit 11:9 für sich entschied und den Turniersieg perfekt machte. „Natürlich ist die Enttäuschung nach so einem Finale erst einmal groß. Trotzdem können wir stolz auf unsere Leistung sein. Wir haben als Mannschaft über das gesamte Wochenende zusammengestanden und gezeigt, was in uns steckt“, zog Greta Baden ein positives Fazit. Mit der Silbermedaille feierte Niedersachsen dennoch ein starkes Ergebnis. Während die U16-Jungenauswahl mit Rang fünf zufrieden sein musste, sicherte sich Schwaben mit den Turniersiegen bei den Mädchen und Jungen auch die Gesamtwertung des Jürgen-Wegner-Pokals. Damit ging der Gesamtsieg, den Niedersachsen im Vorjahr noch gewonnen hatte, in diesem Jahr an die Schwaben.

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Nachbericht Frauen-Europameisterschaft 24./25.07.2026

Bronze mit dem TV Jahn, Gold mit der Nationalmannschaft: Für Helle Großmann und Aniko Müller setzte sich der Medaillenregen in Reiden (Schweiz) fort. Mit einer makellosen Turnierleistung verteidigte Deutschland den Europameistertitel eindrucksvoll und unterstrich einmal mehr seine Ausnahmestellung in Europa. Für Aniko Müller war es bereits der vierte EM-Titel ihrer Karriere, Helle Großmann durfte sich über ihre zweite Goldmedaille auf europäischer Bühne freuen.

Bereits der Freitag zeigte, warum Deutschland als Titelfavorit nach Reiden gereist war. Trotz vier Vorrundenspielen innerhalb von nur neun Stunden ließ die deutsche Auswahl zu keinem Zeitpunkt Zweifel an ihrer Qualität aufkommen. Gegen Serbien gelang ein ungefährdeter 2:0-Erfolg (11:2, 11:2), anschließend folgte ein ebenso souveränes 2:0 (11:1, 11:3) gegen Namibia. Auch den Dauerrivalen Österreich bezwang Deutschland mit 2:0 (11:5, 11:9), ehe zum Abschluss des langen Tages Gastgeber Schweiz mit 2:0 (11:7, 11:3) besiegt wurde. Ohne Satzverlust und mit 8:0 Punkten zog die Auswahl beeindruckend souverän und hochverdient als Vorrundensieger ins Halbfinale ein. „Vier Spiele an einem Tag sind körperlich und mental eine echte Herausforderung. Umso wichtiger war es, dass wir unseren Kader so gut nutzen konnten“, sagte die Jahnlerin Helle Großmann. Genau darin lag über das gesamte Turnier hinweg eine der größten Stärken der deutschen Mannschaft. Auf nahezu jeder Position standen mehrere Spielerinnen auf internationalem Spitzenniveau bereit. Dadurch konnte das Trainerteam jederzeit wechseln, ohne dass das Spielniveau abfiel. Nach dem intensiven Freitag richtete sich der volle Fokus auf den Finaltag. Im Halbfinale dominierte Deutschland Serbien von Beginn an und zog mit einem deutlichen 3:0 (11:1, 11:2, 11:4) souverän ins Endspiel ein. Dort wartete mit Gastgeber Schweiz der erwartet stärkste Gegner des Turniers. Im Finale demonstrierte Deutschland noch einmal eindrucksvoll die außergewöhnliche Qualität seines Kaders. Alle zehn Spielerinnen kamen zum Einsatz – ein auf diesem Niveau eher ungewöhnliches Bild, das die enorme Breite der deutschen Mannschaft eindrucksvoll unterstrich. Aniko Müller gehörte zunächst zur Starting Five und setzte auf der Position vorne rechts mit ihren druckvollen Angaben immer wieder wichtige Akzente. Mitte der Partie reagierte das Trainerteam mit einem Doppelwechsel: Während Müller vom Feld ging, rückte Großmann auf der linken Angriffsseite ins Spiel. Die Schneverdingerin fügte sich nahtlos ein und sorgte mit einer cleveren Mischung aus langen Angriffsbällen sowie präzisen, druckvollen Schlägen auf die Vorderpositionen immer wieder für direkte Punkte. Deutschland kontrollierte das Finale über die gesamte Spielzeit und gewann verdient mit 3:0 (11:7, 11:7, 11:4). Den ersten Matchball nutzte Großmann direkt selbst: Mit einem platzierten Ass über die Schweizer Hauptangreiferin verwandelte sie ihn zum umjubelten Europameistertitel. „So ein Finale macht einfach unglaublich viel Spaß. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen und genau das hat uns in diesem Turnier ausgezeichnet“, freute sich Großmann nach dem Titelgewinn. Auch Aniko Müller hob die außergewöhnliche Breite des deutschen Kaders hervor und richtete gleichzeitig ein besonderes Lob an ihre Vereinskollegin, die sie im Finale nach dem Doppelwechsel ersetzte: „Wir hatten auf jeder Position mehrere Spielerinnen auf höchstem Niveau. Helle hat nach ihrer Einwechslung ihr Spiel einfach durchgezogen. Sie hat überragend gespielt, ich bin sehr stolz auf sie.“ Mit dem erneuten Triumph setzt Deutschland seine beeindruckende Erfolgsserie bei Europameisterschaften fort. Nach den Titeln 2015, 2017, 2019 und 2023 ging auch 2026 die Goldmedaille an die deutsche Auswahl. Für Helle Großmann und Aniko Müller krönen damit zwei Medaillen innerhalb kurzer Zeit einen sportlich erfolgreichen Sommer. Einmal mehr tragen zwei Spielerinnen des TV Jahn Schneverdingen den Europameistertitel nach Hause.

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Vorbericht Frauen Europameisterschaft 24./25.07.2026

Kaum ist die Bronzemedaille der Deutschen Meisterschaft gewonnen, wartet bereits die nächste Titelchance. Für Helle Großmann und Aniko Müller bleibt nach der Endrunde in Bardowick kaum Zeit zum Durchatmen. Nur wenige Tage nach dem Gewinn der Bronzemedaille reisen die beiden Angreiferinnen des TV Jahn Schneverdingen mit der deutschen Nationalmannschaft zur Frauen-Europameisterschaft nach Reiden in der Schweiz. Dort soll im besten Fall am Freitag und Samstag der fünfte Europameistertitel in Folge eingefahren werden.

Reiden wird in den kommenden Tagen zum Mittelpunkt der internationalen Faustballszene. Parallel zur Frauen-Europameisterschaft finden von Donnerstag bis Sonntag auch die U18-Weltmeisterschaften der Mädels und Jungs statt. Aus den Reihen des TV Jahn wird in den Nachwuchswettbewerben jedoch keine Spielerin vertreten sein – die noch jungen Jahn-Nachwuchstalente verpassten den Sprung in den Jugendnationalkader denkbar knapp. Für deutschlands Frauen beginnt die Europameisterschaft am Freitag mit einer einfachen Vorrunde gegen Serbien, Namibia (mit Sonderstartrecht aufgrund des fehlenden afrikanischen Kontinentalwettbewerbs), Österreich und Gastgeber Schweiz. Gespielt wird zunächst im Modus „Jeder gegen jeden“. Die vier bestplatzierten Mannschaften qualifizieren sich für die Halbfinalspiele am Samstag, ehe am Abend der neue Europameister ermittelt wird. Die Zielsetzung der deutschen Auswahl ist eindeutig. Seit 2015 ging jeder ausgetragene Europameistertitel an Deutschland – 2015 in Italien, 2017 im eigenen Land, 2019 in Tschechien und zuletzt 2023 in Österreich. Entsprechend selbstbewusst blickt auch Aniko Müller auf das Turnier: „Es wäre tief gestapelt, wenn wir sagen würden, dass wir etwas anderes als den Titel holen wollen. Dafür fahren wir zur Europameisterschaft.“ Ganz selbstverständlich ist die Favoritenrolle dennoch nicht. Bei der Weltmeisterschaft 2024 musste sich Deutschland im Finale dem außereuropäischen Topteam Brasilien deutlich geschlagen geben. Auch bei den World Games 2025 blieb der große Wurf aus. Nach einer denkbar knappen Halbfinalniederlage gegen die Schweiz gewann die deutsche Auswahl zwar souverän das Spiel um Platz drei gegen Österreich, verpasste den Finaleinzug jedoch hauchdünn. Vor der Europameisterschaft sprechen die Vorzeichen allerdings wieder für Deutschland. Mit Tanja Bognar hat die langjährige Schweizer Hauptangreiferin und prägendste Persönlichkeit des Nationalteams ihre Karriere beendet. Gleichzeitig reist die deutsche Auswahl mit einem eingespielten Kader nach Reiden. Nahezu alle Nationalspielerinnen standen noch am vergangenen Wochenende bei der Deutschen Meisterschaft auf dem Feld und befinden sich im Wettkampfrhythmus. Mittendrin: zwei Spielerinnen des TV Jahn Schneverdingen, deren Nationalmannschaftskarrieren kaum unterschiedlicher sein könnten. Für Helle Großmann gehört das Nationaltrikot trotz ihrer noch jungen Laufbahn längst zum festen Bestandteil ihrer Karriere. Seit den World Games 2022 ist sie fester Bestandteil der Frauen-Nationalmannschaft und absolvierte bislang 16 A-Länderspiele. Nach dem Titelgewinn bei den World Games und ihrer ersten Europameisterschaft soll nun der nächste internationale Erfolg folgen. „Wir wissen, welche Qualität wir im Kader haben. Jetzt wollen wir diese auch auf dem Platz zeigen und den Titel verteidigen“, sagt Großmann. Aniko Müller zählt dagegen seit Jahren zu den erfahrensten Spielerinnen im deutschen Aufgebot. Die 25-fache Nationalspielerin gewann bereits drei Europameistertitel und zwei Weltmeisterschaften. Nach der Nichtnominierung für die World Games im vergangenen Jahr gehört sie nun wieder zum deutschen Aufgebot und möchte ihre beeindruckende Titelsammlung erweitern. „Ich freue mich riesig, wieder Teil dieser Mannschaft zu sein. Solche Turniere sind immer etwas Besonderes. Jetzt wollen wir die Chance nutzen und den Titel nach Deutschland holen.“ Alle Spiele der Europameisterschaft werden kostenlos im Livestream auf fistball.TV übertragen. So können auch die Fans des TV Jahn Schneverdingen Helle Großmann und Aniko Müller auf ihrem Weg zur möglichen Titelverteidigung live verfolgen.

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Nachbericht Deutsche Meisterschaft 18./19.07.2026

Bronzemedaille nach einer Saison mit Höhen und Tiefen: Die Faustballerinnen des TV Jahn Schneverdingen haben die Deutsche Meisterschaft in Bardowick auf dem dritten Platz beendet. Nach einem dramatischen Viertelfinalsieg gegen den TSV Pfungstadt, der Halbfinalniederlage gegen den TSV Dennach und einem überzeugenden Erfolg im Spiel um Bronze gegen den TV Brettorf kehren die Heidschnucken mit einer weiteren DM-Medaille nach Hause. Es ist der verdiente Abschluss einer Saison, in der die Mannschaft immer wieder Rückschläge wegstecken musste – und sich dennoch erneut auf nationaler Bühne behauptete.

Schon vor dem ersten Ballwechsel schien das Turnier unter keinem guten Stern zu stehen. Beim Aufwärmen verletzte sich Mannschaftsführerin Laura Kauk am Knöchel. Mit einem kurzfristig getapten Fuß biss sie zwar auf die Zähne und stand dennoch in der Startformation, die Verletzung war ihr jedoch während des gesamten Spiels deutlich anzumerken. „Ich habe schnell gemerkt, dass ich der Mannschaft nicht so helfen konnte, wie ich es eigentlich wollte. Das war unglaublich frustrierend. Umso glücklicher bin ich, dass wir als Team Lösungen gefunden haben“, berichtete Kauk später. Diese Lösungen waren zunächst allerdings nicht in Sicht. Gegen den TSV Pfungstadt fand der TV Jahn überhaupt nicht in die Partie. Vor allem die gebürtige österreichische Angreiferin Teresa Thomas stellte die Schneverdingerinnen mit ihren druckvollen und präzisen Angaben immer wieder vor unlösbare Aufgaben. Mit zahlreichen Assen Pfungstadts und einer selbst ungewohnt hohen Eigenfehlerquote geriet der TV Jahn schnell mit 7:11 und 8:11 in Rückstand. Auch spielerisch blieb die gesamte Mannschaft zunächst weit unter ihren Möglichkeiten. Doch erst Mitte des dritten Satzes – als die Rot-Weißen bereits kurz vor dem vorzeitigen DM-Aus standen – gelang Trainerin Christine Seitz der entscheidende taktische Kniff. Die Jahnlerinnen lösten ihre klassische X-Formation auf und stellten auf eine W-Formation um. Alina Karahmetovic rückte dabei im Spielaufbau einige Meter weiter nach hinten, während Kauk und Luca von Loh die Spielfeldecken konsequent schlossen. Die Umstellung zeigte sofort Wirkung. Pfungstadt verlor seine größte Stärke, Schneverdingen gewann Sicherheit und kämpfte sich Punkt für Punkt zurück. Mit 11:8, 11:9 und 11:6 drehten die Heidschnucken den Nervenkrimi tatsächlich noch zu ihren Gunsten. Es war sinnbildlich für die gesamte Saison: Rückschlag, Umstellung, Comeback. Nicht immer schön, oft wackelig – aber am Ende erfolgreich. Die Euphorie über das Comeback hielt allerdings nicht lange an. Nur wenige Stunden später wartete im Halbfinale der ungeschlagene Südmeister TSV Dennach. Trotz ihrer Verletzung stellte sich Kauk erneut in den Dienst der Mannschaft. Nach einem umkämpften ersten Satz (8:11) riss der Spielfaden der Schneverdingerinnen im zweiten Durchgang (5:11) ab. Zu viele Angabenfehler, Unsicherheiten in der Abstimmung und fehlende Konsequenz ermöglichten den Pink Ladies die Kontrolle über die Partie. Im dritten Satz kämpfte sich der TV Jahn mit einem 11:8 noch einmal eindrucksvoll zurück. Vor allem Annika Kriger zeigte nach nur drei Trainingseinheiten eine bemerkenswert starke Leistung und knüpfte phasenweise an ihr früheres Niveau an. Im vierten Satz (7:11) spielten die Favoritinnen ihre Klasse aus und zogen verdient ins Finale ein. Helle Großmann wurde nach der Partie als wertvollste Spielerin (MVP) ausgezeichnet. Die Enttäuschung über das verpasste Finale hielt sich nach diesem Saisonverlauf aber in Grenzen. Am Sonntag bot sich den Schneverdingerinnen im Spiel um Platz drei jedoch noch einmal die Chance auf einen versöhnlichen Abschluss – und diese nutzten sie eindrucksvoll. Kauk musste aufgrund ihrer Verletzung passen und unterstützte ihre Mannschaft stattdessen von der Seitenlinie. Von Loh bildete gemeinsam mit Annika Kriger ein kaum zu überwindendes Defensivduo. Kriger kämpfte sich im Verlauf der Meisterschaft immer besser hinein und überzeugte mit großem Einsatz und sehenswerten Rettungsaktionen. Alina Karahmetovic war einmal mehr der ruhende Pol im Spielaufbau, während Helle Großmann konsequent im Angriff punktete. Vor allem Aniko Müller zeigte jedoch ihre vielleicht beste Leistung der gesamten Saison. Mit einer Vielzahl druckvoller Angaben erzielte sie zahlreiche direkte Punkte und führte den TV Jahn zu einem ungefährdeten 11:6, 11:9 und 11:4 gegen den TV Brettorf. Dafür wurde sie ebenso wie Großmann am Vortag als MVP ausgezeichnet. Entsprechend erleichtert fiel das Fazit der Schneverdingerinnen aus. „Diese Medaille fühlt sich in diesem Jahr besonders wertvoll an“, sagte die Mannschaftsälteste Müller nach dem Turnier. „Wir hatten eine Saison mit unglaublich vielen Veränderungen, mussten ständig improvisieren und haben trotzdem nie aufgehört, an uns zu glauben. Dass wir uns am Ende mit Bronze belohnen konnten, macht uns unglaublich stolz.“ Auch Trainerin Seitz zog ein positives Fazit: „Natürlich fragt man sich nach dem Halbfinale, ob vielleicht noch mehr möglich gewesen wäre. Umso schöner war aber die Reaktion der Mannschaft am Sonntag. Genau diesen Charakter hat unser Team die gesamte Saison ausgezeichnet.“ Damit spiegelte die Deutsche Meisterschaft den gesamten Saisonverlauf wider. Es gab Verletzungen, Rückschläge und schwierige Phasen, aber ebenso große Moral, taktische Lösungen und einen beeindruckenden Zusammenhalt. Die Nachwuchsspielerinnen Greta Baden, Merle Mund und Nina Karahmetovic sammelten erstmals Endrunden-Erfahrung und unterstützten ihre Mannschaft unermüdlich von der Bank. Am Ende steht für den TV Jahn Schneverdingen erneut eine Medaille bei einer Deutschen Meisterschaft – vielleicht nicht die insgeheim immer erhoffte goldene, aber eine, die nach dieser außergewöhnlichen Saison einen ganz besonderen Wert besitzt.

Zum Einsatz kamen: Aniko Müller, Helle Großmann, Alina Karahmetovic, Luca von Loh, Annika Kriger und Laura Kauk

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