Nominierung U18-Weltmeisterschaft in Chile

Die weibliche U18-Bundestrainerin Heike Hafer hat das vergangene Pfingstwochenende genutzt, um gemeinsam mit ihrem Co-Trainer Lauritz Schubert in Hamm die besten Nachwuchstalente Deutschlands ein letztes Mal vor der Nominierungsbekanntgabe für die kommende Weltmeisterschaft in Chile (Llanquihue) zu sichten. Den Weg in den Heimatort der Bundestrainerin traten insgesamt 15 Jugendspielerinnen an, darunter gleich drei hochmotivierte Schneverdingerinnen – Emilia Schwarz (Angriff), Nina Karahmetovic (Angriff) und Maja Rogosch (Abwehr). Nach 8 Trainingseinheiten mit den Schwerpunkten Fitness, Technik, Taktik und Teamgefüge hatte das Bundestrainergespann die Qual der Wahl und gab im Anschluss an die letzte Einheit am Montagmittag die Nominierung bekannt. Freuen konnten sich die Schneverdingerinnen Schwarz und Rogosch – beide konnten die Bundestrainer von ihren Leistungen überzeugen und wurden in das diesjährige WM-Aufgebot berufen. Bereits kurze Zeit später standen die beiden einem Interview zur Verfügung:

Frage: „Ihr habt auf dem Wege zur Nominierung ja schon einige Trainingsmaßnahmen bestritten und das offensichtlich mit Bestleistungen. Wie beurteilt ihr selbst eure Leistungen? Konntet ihr auch euren eigenen Ansprüchen gerecht werden?“
Maja: „Auch ich selbst war sehr zufrieden mit meinen gezeigten Leistungen. Es gab immer Situationen, die ich hätte besser lösen können, aber so ist es im Sport, niemand ist perfekt. Gerade an diesem Nominierungslehrgang konnte ich glücklicherweise nochmal meine Qualität unter Beweis stellen.“
Emilia: „Ich war beim ersten Lehrgang schon ganz schön nervös, doch das ganze hat sich dann von Mal zu Mal etwas gelegt. Ich habe selbst gemerkt, dass ich zunehmend befreiter aufspielen konnte und so über mich herauswachsen bin.“

Frage: „Sich für einen Nationalkader zu beweisen ist eine große Aufgabe und nicht mal eben gemacht. Was war für euch persönlich die größte Herausforderung auf den Lehrgängen in Richtung Weltmeisterschaft?“
Emilia: „Auch wenn wir uns innerhalb des Kaders sehr gut verstehen, herrscht aufgrund der starken Konkurrenz schon ein enorm hoher Druck auf einem. Dabei die Nerven zu behalten und mental bei seinen eigenen Leistungen zu bleiben, war nicht immer einfach.“
Maja: „Letztlich ist man sich selbst doch immer der größte Gegner. Im Verlauf der letzten Lehrgänge konnte ich maßgeblich an meinen Schwächen arbeiten und die Kritikpunkte verbessern. Ich bin froh, dass es sich am Ende bezahlt gemacht hat. Gerade sich gegen die starken Mitstreiterinnen auf der Abwehrposition durchzusetzen, war besonders schwer.“

Frage: „Das eure Trainer eure Stärken kennen ist anhand eurer Nominierung offensichtlich. Wo seht ihr denn eure großen Pluspunkte? Womit könnt speziell ihr eurem Team bei der Mission Titelverteidigung weiterhelfen?
Maja: „Ich konnte mich besonders durch mein gutes Stellungsspiel, meine saubere Abwehrtechnik und meiner intensiven Laufarbeit absetzen. Mit diesen Voraussetzungen kann ich den Angriffen der anderen Nationen Parole bieten.“
Emilia: „Durch die Europameisterschaft in den letzten zwei Jahren bringe ich auf jeden Fall internationale Erfahrung mit in die Mannschaft. Ich bin eine sehr ehrgeizige Sportlerin und arbeite permanent an meinen Defiziten. So kann ich mich sportlich perfekt auf die WM im Oktober vorbereiten.“

Frage: „Emilia, du bist bereits bei den vergangenen Meisterschaften fester Bestandteil des U18-Nationalkaders gewesen und das Nationaltrikot gehört schon länger in deinen Kleiderschank. Maja, für dich ist es die erste Nominierung für eine Meisterschaft auf Nationalebene. Habt ihr mit eurer Berufung in das Deutschlandteam bereits gerechnet oder kam es für euch überraschend?“
Emilia: „Ich habe natürlich schon sehr darauf gehofft und kämpferisch alles reingesteckt. Wenn man dann bei der Bekanntgabe seinen Namen hört, fällt einem dann doch ein riesiger Stein vom Herzen. In dem Moment war ich einfach super glücklich und stolz auf mich.“
Maja: „So selbstkritisch wie ich bin, habe ich ehrlich gesagt nicht damit gerechnet. Ich habe das hohe Niveau aller Spielerinnen gesehen und war am Ende umso glücklicher, dass es tatsächlich geklappt hat.“

Frage: „Was sind eure persönlichen Ziele auf der Reise nach Chile? Was möchtet ihr bei der Weltmeisterschaft mit eurer Mannschaft erreichen?
Maja: „An oberster Stelle steht für mich, dass ich eine gute WM spielen möchte, mit meinen persönlichen Bestleistungen. Die Zeit als Nationalspielerin möchte ich gemeinsam mit meinem Team genießen – das gelingt natürlich am Besten mit der WM-Titelverteidigung.“
Emilia: „Mein Ziel ist es, eine bestmögliche Leistung zu zeigen, ich möchte Spaß am Faustballspielen haben und vor allem möchte ich das Turnier ganz oben auf dem Siegerpodest mit dem Weltmeistertitel in der Hand beenden.“

Frage: „Eine Weltmeisterschaft ist zweifellos ein absolutes Karrierehighlight. Was macht diese bevorstehende WM in Chile für euch so besonders?
Emilia: „Ich durfte zwar schon zweimal eine Europameisterschaft spielen, doch eine WM-Nominierung ist nochmal etwas ganz anderes. Für mich lässt es sich aktuell noch nicht in Worte fassen, ich reise um die halbe Welt und darf mit diesem tollen Team einen Traum wahr werden lassen.“
Maja: „Für mich ist die Reise mit der Nationalmannschaft natürlich schon etwas ganz Besonderes. Das erste Mal mit dem Bundesadler auf der Brust im internationalen Vergleich zu spielen und für sein eigenes Land auflaufen zu dürfen, ist absolut überwältigend.“

Für die beiden jungen Nachwuchstalente aus der Jahn-Schmiede geht es am 27.10.2024 nach Frankfurt und von dort aus in den Flieger nach Puerto Montt. Die Weltmeisterschaft startet dann am 30.10.2024 und endet mit dem alles entscheidenden Finaltag am 2.11.2024. Zur finalen Abstimmung und Findung des Teamgefüges plant das deutsche Team noch zwei weitere dreitägige Lehrgangsmaßnahmen. Mit den Maßnahmen Ende Juli/Anfang August in Hannover und Mitte Oktober in Vaihingen an der Enz sowie den Heimtrainingsprogrammen wollen die Nationaltrainer ihre Mannschaft optimal auf das große Top-Event vorbereiten und in Chile großes erreichen.